Brainwalk
- Typische Dauer:
- 30m
Eine mobile Brainstorming-Methode, bei der Teilnehmende zwischen Stationen rotieren, die jeweils einem anderen Aspekt der Herausforderung gewidmet sind, und dabei auf den Ideen der anderen aufbauen.
Zweck
Brainwalk bekämpft Ermüdung und Gruppendenken des traditionellen Brainstormings, indem Menschen physisch in Bewegung kommen. Jede Station stellt eine andere Frage oder Teilherausforderung. Beim Rotieren bauen Teilnehmende auf Ideen auf, die vorherige Besucher*innen hinterlassen haben, und schaffen so einen geschichteten, querbestäubten Satz von Lösungen.
Auf einen Blick
- Gruppengröße: 6–24 (aufgeteilt in Gruppen von 3–4)
- Dauer: 30 Minuten
- Schwierigkeit: Niedrig
- Moderationsstil: Stationsbasiert, selbstgesteuert mit Facilitator-Timing
- Setting: Raum mit 4–6 Stationen (Flipcharts oder Whiteboards) mit Abstand verteilt
Ablauf
- Stationen einrichten (5 Min vorher): 4–6 Flipcharts im Raum verteilen. Oben jeweils eine andere Frage oder Teilherausforderung schreiben.
- Gruppen bilden (2 Min): Teilnehmende in Gruppen aufteilen, die der Stationenanzahl entsprechen.
- Runde 1 (5 Min): Jede Gruppe brainstormt an ihrer Startstation. Ideen auf das Flipchart schreiben.
- Rotieren (1 Min): Gruppen bewegen sich im Uhrzeigersinn zur nächsten Station.
- Runden 2–4 (je 5 Min): An jeder neuen Station lesen Gruppen vorherige Ideen, fügen dann neue hinzu oder bauen auf bestehenden auf. Besonders starke Ideen markieren.
- Ernten (3 Min): Alle gehen den gesamten Rundgang. Jede Gruppe wählt ihre Top-Idee von den besuchten Stationen.
Material
- 4–6 Flipcharts oder große Papierbögen
- Marker (verschiedene Farben pro Gruppe helfen)
- Stern-Sticker oder Marker zum Hervorheben
- Timer mit deutlichem Signal
Stolperfallen & häufige Fehler
- Gleiche Frage an jeder Station: Der Wert kommt vom Erkunden verschiedener Facetten. Prompts diversifizieren.
- Vorherige Ideen nicht lesen: Gruppen müssen sich mit dem Vorhandenen beschäftigen, bevor sie Neues ergänzen.
- Zu viele Stationen: 4–6 ist ideal. Mehr als 6 erzeugt Ermüdung.
- Kein Ernten: Ohne den abschließenden Rundgang bleiben die Ideen fragmentiert.
Inklusion & Barrierefreiheit
- Sicherstellen, dass Stationen physisch zugänglich sind (Tischhöhe, rollstuhlfreundliche Abstände).
- Große, lesbare Schrift verwenden.
- Einem Gruppenmitglied die Schreibrolle überlassen, wenn andere lieber verbal beitragen.
Varianten
- Digitaler Brainwalk: Separate Miro-Frames als "Stationen" für Remote-Teams nutzen.
- Expert*innen-Stationen: An jeder Station eine Domänenexpert*in platzieren für Echtzeit-Input.
- Galerie-Brainwalk: Statt Fragen zeigt jede Station eine andere Nutzererkenntnis oder ein Wettbewerberbeispiel.
Wann NICHT einsetzen
- Wenn die Gruppe zu klein ist (weniger als 6) — die Rotation bringt keinen Mehrwert.
- Wenn die Herausforderung nur eine Dimension hat — mehrere Stationen erzwingen künstliche Aufteilung.
- Wenn tiefe Analyse statt breiter Ideengenerierung benötigt wird.
Quelle & Weiterlesen
- VanGundy, Arthur B. — *101 Activities for Teaching Creativity and Problem Solving* (Pfeiffer, 2005)
- Gray, Brown & Macanufo — *Gamestorming* (O’Reilly, 2010)
- Michalko, Michael — *Thinkertoys* (Ten Speed Press, 2006)
Aus den Bausteinen eine Agenda machen
Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.
14 Tage kostenlos testen