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Circle Practice

Typische Dauer:
45m

Ein Peer-Governance-Format, bei dem Teilnehmende im Kreis sitzen, Führung teilen, ein Redestück nutzen und einfachen Vereinbarungen folgen, um tiefes Zuhören und kollektive Weisheit zu erzeugen.

Zweck

Circle Practice, schöpfend aus indigenen Traditionen und formalisiert von Christina Baldwin und Ann Linnea als PeerSpirit Circle, ist eine grundlegende Praxis für partizipative Führung. Der Kreis gleicht Macht aus, verlangsamt Gespräche und schafft Bedingungen für tiefes Zuhören und kollektive Weisheit.

Auf einen Blick

MerkmalDetail
Gruppengröße5–30
Dauer45 Min.
SchwierigkeitEinsteiger
FacilitationsstilGeteilte Führung, rotierender Gastgeber
SettingStühle im Kreis, kein Tisch; Mitte-Markierung (Kerze, Gegenstand)

Ablauf

  1. Kreis einrichten (5 Min.). Stühle im Kreis, bedeutsamen Gegenstand in die Mitte. Drei Prinzipien vorstellen: rotierende Führung, geteilte Verantwortung, Vertrauen auf Ganzheit.
  2. Vereinbarungen treffen (5 Min.). Kreis-Vereinbarungen: mit Absicht sprechen, mit Aufmerksamkeit zuhören, das Wohlergehen der Gruppe pflegen, Vertraulichkeit ehren.
  3. Check-in-Runde (10 Min.). Redestück weitergeben. Jede Person teilt kurz: Was bringe ich mit? Was muss ich beiseitelegen, um ganz präsent zu sein? Kein Kreuzdialog.
  4. Offener Kreis (15 Min.). Zweck oder Frage nennen. Redestück in die Mitte legen — wer bewegt ist, nimmt es auf und spricht. Oder strukturierte Runden.
  5. Hüter*in des Prozesses. Eine Person dient als Hüter*in — kann den Kreis jederzeit durch eine Glocke pausieren.
  6. Check-out-Runde (10 Min.). Redestück weitergeben. Jede Person teilt eine Erkenntnis, die sie mitnimmt.

Material

  • Stühle im Kreis (kein Tisch)
  • Redestück (Stein, Stab, bedeutsamer Gegenstand)
  • Mitte-Markierung (Kerze, Tuch, Blumen)
  • Glocke für Hüter*in
  • Gedruckte Vereinbarungskarte

Stolperfallen & häufige Fehler

  • Kreis als Meeting behandeln. Circle ist nicht für Agendapunkte und Entscheidungen — sondern für Qualität von Präsenz und Zuhören.
  • Redestück ignorieren. Kreuzdialog unterläuft den Zweck. Disziplin halten, besonders am Anfang.
  • Kein Hüter. Ohne Prozesshüter*in driftet der Kreis in Diskussion ab.
  • Hetzen. Circle Practice schätzt Langsamkeit. Bei nur 15 Minuten anderes Format wählen.

Inklusion & Barrierefreiheit

  • Der Kreis ist inhärent inklusiv — alle sind gleich weit von der Mitte entfernt.
  • Das Redestück stellt sicher, dass alle gleiche Gelegenheit zum Sprechen haben.
  • Passen erlauben — niemand wird zum Sprechen gezwungen.
  • Transparenz über die indigenen Wurzeln der Circle Practice und respektvolle Nutzung.

Varianten

  • Stehkreis: Für kurze Check-ins (5–10 Min.).
  • Gehkreis: Paare gehen und sprechen, dann zurück in den Kreis zum Teilen.
  • Virtueller Kreis: Visuelles Kreislayout am Bildschirm; Sprechrecht namentlich weitergeben.

Wann NICHT einsetzen

  • Wenn schnelle Entscheidungen gebraucht werden — Kreise sind für Tiefe, nicht Geschwindigkeit.
  • Wenn die Gruppe zu groß ist (> 30) für bedeutsames Sprechen aller.
  • Wenn Teilnehmende dem Format offen feindlich gegenüberstehen.

Quelle & Weiterlesen

  • Baldwin, C. & Linnea, A. (2010). *The Circle Way: A Leader in Every Chair*. Berrett-Koehler.
  • Zimmerman, J. & Coyle, V. (2009). *The Way of Council*. Bramble Books.
  • Pranis, K. (2005). *The Little Book of Circle Processes*. Good Books.

Aus den Bausteinen eine Agenda machen

Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.

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