Concept Map
- Typische Dauer:
- 30m
Ideen, Konzepte und Beziehungen visuell in einem Netzwerkdiagramm verbinden, um verborgene Strukturen aufzudecken und das Gruppenverständnis zu vertiefen.
Zweck
Eine Concept Map ist ein visuelles Denkwerkzeug, das Konzepte als Knoten anordnet und beschriftete Verbindungen zwischen ihnen zieht. Im Gegensatz zu linearen Listen oder Hierarchien zeigen Concept Maps querschneidende Beziehungen, Rückkopplungsschleifen und verborgene Abhängigkeiten — ideal für die Erkundung komplexer Systeme und die Angleichung mentaler Modelle.
Auf einen Blick
- Gruppengröße: 3–10
- Dauer: 30 Minuten
- Schwierigkeit: Fortgeschritten
- Moderationsstil: Kollaboratives visuelles Mapping
- Setting: Vor Ort oder virtuell
Ablauf
- Fokusfrage definieren (2 Min). Eine zentrale Frage oder ein Thema aufschreiben.
- Konzepte brainstormen (5 Min). Teilnehmende schreiben Schlüsselkonzepte auf Haftnotizen (eins pro Notiz). 15–25 Konzepte anstreben.
- Konzepte anordnen (5 Min). Die allgemeinsten Konzepte oben oder in der Mitte platzieren. Spezifischere strahlen nach außen.
- Verbindungen zeichnen (10 Min). Verwandte Konzepte mit Linien verbinden. Jede Verbindung mit einem Verb oder Kurzphrase beschriften: „führt zu“, „erfordert“, „steht im Konflikt mit“.
- Querverbindungen prüfen (5 Min). Nach unerwarteten Verbindungen zwischen entfernten Konzepten suchen. Diese Querverbindungen offenbaren oft die wertvollsten Erkenntnisse.
- Reflektieren (3 Min). Diskutieren: Was hat uns überrascht? Wo sind Lücken?
Material
- Großes Papier oder digitales Whiteboard
- Haftnotizen und Marker
- Verbindungslinien (Klebeband, gezeichnet oder digital)
Stolperfallen & häufige Fehler
- Unbeschriftete Verbindungen. Eine Linie ohne Beschriftung ist mehrdeutig — immer die Beziehung beschreiben.
- Zu viele Konzepte. Mit 15–25 beginnen; mehr wird unlesbar.
- Eine Hierarchie erzwingen. Concept Maps sind Netzwerke, keine Organigramme.
Inklusion & Barrierefreiheit
- Die Map abschnittsweise laut vorlesen für sehbeeinträchtigte Teilnehmende.
- Kontrastreiche Farben und große Schrift verwenden.
- Teilnehmenden ermöglichen, Konzepte mündlich beizutragen.
Varianten
- Experten- vs. Anfänger-Vergleich: Zwei Gruppen erstellen Maps getrennt, dann vergleichen, um Wissenslücken zu identifizieren.
- Lebende Concept Map: Über Wochen ergänzen, während das Verständnis wächst.
- Digital-first: Tools wie CmapTools, Miro oder Coggle sind speziell für Concept Mapping gebaut.
Wann NICHT einsetzen
- Wenn eine strikte Hierarchie oder ein Entscheidungsbaum benötigt wird — stattdessen radiale Ideenkarte oder Flussdiagramm verwenden.
- Wenn das Thema zu eng ist, um sinnvolle Verbindungen zu generieren.
Quelle & Weiterlesen
- Novak, J. D. & Cañas, A. J. (2008). The Theory Underlying Concept Maps. *IHMC.*
- Buzan, T. (2006). *The Mind Map Book.* BBC Active.
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