Alle Methoden

Designkriterien

Typische Dauer:
30m

Eine Methode zur Übersetzung von Forschungserkenntnissen und Nutzerbedürfnissen in einen priorisierten Satz messbarer Kriterien, die die Ideenfindung leiten und Konzepte objektiv bewerten.

Zweck

Designkriterien wandeln qualitative Erkenntnisse in konkrete, bewertbare Anforderungen um. Indem definiert wird, was eine erfolgreiche Lösung erreichen muss — und was sie nicht tun darf — schafft das Team einen gemeinsamen Maßstab zum Generieren, Vergleichen und Auswählen von Konzepten. Die Methode überbrückt die Lücke zwischen Empathie-Forschung und Lösungsdesign.

Auf einen Blick

  • Gruppengröße: 4–10
  • Dauer: 30 Minuten
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Moderationsstil: Kollaborative Diskussion und Priorisierung
  • Setting: Workshop-Raum mit Whiteboard oder digitalem Board

Ablauf

  1. Erkenntnisse überprüfen (5 Min): Zentrale Ergebnisse aus Nutzerforschung, Empathie-Maps oder Personas erneut durchgehen.
  2. Kriterien generieren (10 Min): Für jede Erkenntnis fragen: "Was muss unsere Lösung tun, um dies zu adressieren?" Jedes Kriterium als testbare Aussage formulieren: "Die Lösung muss [Verb], damit [Nutzerergebnis]."
  3. Must-haves von Nice-to-haves unterscheiden (5 Min): Kriterien in nicht verhandelbare Anforderungen und wünschenswerte Features sortieren.
  4. Priorisieren (5 Min): Must-haves nach Wirkung ranken. Dot Voting nutzen, wenn das Team uneinig ist.
  5. Kriterienliste finalisieren (5 Min): Die Top 5–8 Kriterien auf eine sichtbare Fläche schreiben. Diese leiten Ideenfindung und Konzeptbewertung.

Material

  • Forschungserkenntnisse (gedruckt oder am Board)
  • Haftnotizen und Marker
  • Priorisierungsmatrix oder Klebepunkte
  • Whiteboard für die finale Kriterienliste

Stolperfallen & häufige Fehler

  • Kriterien als Lösungen: "KI einsetzen" ist eine Lösung, kein Kriterium. "Muss personalisierte Empfehlungen liefern" ist ein Kriterium.
  • Zu viele Kriterien: Mehr als 8–10 Kriterien verwässern den Fokus. Rigoros priorisieren.
  • Keine Nutzer-Fundierung: Kriterien ohne Forschungsdaten sind nur Meinungen.
  • Negative Kriterien vergessen: "Darf KEINEN Login erfordern" ist genauso wichtig wie positive Kriterien.

Inklusion & Barrierefreiheit

  • Barrierefreiheit als Designkriterium einbeziehen, nicht als Nachgedanken.
  • Sicherstellen, dass alle Teammitglieder Kriterien beitragen können, nicht nur die lautesten Stimmen.
  • Inklusive Sprache in Kriterienformulierungen verwenden.

Varianten

  • Gewichtete Kriterienmatrix: Jedem Kriterium Gewichte zuweisen und Konzepte numerisch dagegen bewerten.
  • Nutzer-validierte Kriterien: Kriterien Nutzenden präsentieren und sie die Wichtigkeit ranken lassen.
  • Evolvierende Kriterien: Die Liste als lebendig behandeln und nach jedem Prototyp-Test aktualisieren.

Wann NICHT einsetzen

  • Wenn das Team keine Forschung betrieben hat und Kriterien auf Annahmen basieren würden.
  • Wenn das Projekt rein explorativ ist und Constraints den Lösungsraum vorzeitig einengen würden.
  • Wenn Kriterien bereits in einem formalen Anforderungsdokument existieren — Dopplung vermeiden.

Quelle & Weiterlesen

  • d.school, Stanford University — Methoden der "Define"-Phase
  • Cross, Nigel — *Design Thinking* (Bloomsbury, 2011)
  • Pugh, Stuart — *Total Design* (Addison-Wesley, 1991)

Aus den Bausteinen eine Agenda machen

Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.

14 Tage kostenlos testen
Designkriterien · GoodWorkshop