Dot Voting
- Typische Dauer:
- 10m
Zweck
Dot Voting ist eine schnelle Priorisierungsmethode, die jeder teilnehmenden Person eine gleiche Stimme bei der Auswahl der wichtigsten Punkte aus einer Liste gibt. Durch die Verteilung einer begrenzten Anzahl von Stimmen (Punkten) auf Optionen konvergiert die Gruppe schnell auf kollektive Prioritäten ohne lange Debatte. Einsetzen nach Brainstorming, nach dem Generieren von Optionen, oder immer wenn eine Gruppe eine Liste demokratisch einengen muss.
Auf einen Blick
- Gruppengrösse: 3–100+ Personen
- Dauer: 10 Minuten
- Schwierigkeit: Anfänger
- Moderationsstil: Strukturiert
- Setting: Innenraum / Remote-geeignet
Ablauf
- Optionen anzeigen (1 Min.): Alle Punkte (Haftnotizen, Flipchart-Einträge) an einer sichtbaren Wand oder Tafel aufhängen.
- Stimmen verteilen (1 Min.): Jeder Person 3–5 Klebepunkte geben (Faustregel: Stimmen = Anzahl Punkte ÷ 3, mindestens 2).
- Still abstimmen (3 Min.): Teilnehmende gehen hin und platzieren ihre Punkte auf den Einträgen, die sie für am wichtigsten halten. Mehrere Punkte auf einem Eintrag erlaubt, sofern nicht eingeschränkt.
- Zählen und ranken (2 Min.): Punkte zusammenzählen. Einträge nach Gesamtstimmen ranken.
- Ergebnisse besprechen (3 Min.): Die meistgewählten Einträge kurz überprüfen. Auf Überraschungen oder Meinungsverschiedenheiten prüfen.
Material
- Klebepunkte (oder Marker zum Punktezeichnen)
- Wand oder Tafel mit angezeigten Einträgen
- Timer
Stolperfallen & häufige Fehler
- Diskussion vor dem Abstimmen erlauben — das führt zu sozialem Einfluss-Bias. Erst abstimmen, dann diskutieren.
- Zu viele Punkte geben — bei zu vielen Stimmen bekommt alles Punkte und die Differenzierung verschwindet.
- Das Ergebnis als bindende Entscheidung behandeln — Dot Voting zeigt Präferenzen, keinen Konsens. Als Input nutzen, nicht als letztes Wort.
Inklusion & Barrierefreiheit
- Stilles Abstimmen bedeutet, dass Introvertierte und jüngere Mitglieder ohne sozialen Druck abstimmen können.
- Für mobilitätseingeschränkte Teilnehmende: eine Hilfsperson Punkte platzieren lassen oder ein digitales Abstimmungstool nutzen.
- Für Remote: eingebaute Abstimmung in Tools wie Miro, Mentimeter oder Slido nutzen.
Varianten
- Gewichtetes Dot Voting: Stakeholdern je nach Rolle mehr Punkte geben (z. B. der Kunde bekommt 5, andere 3).
- 100-Dollar-Verteilung: Statt Punkten hat jede Person virtuelle 100 Dollar, um sie auf Optionen zu verteilen.
- Anti-Dot-Voting: Für das abstimmen, was eliminiert werden soll, statt was behalten wird.
Wann NICHT einsetzen
Dot Voting vermeiden, wenn die Gruppe Deliberation und nuancierte Abwägungsanalyse braucht — es ist ein leichtgewichtiges Priorisierungswerkzeug, kein Entscheidungsrahmen. Auch problematisch, wenn Optionen nicht vergleichbar sind (Äpfel und Birnen mischen).
Quelle & Weiterlesen
Eine weit verbreitete Moderationstechnik ohne einzelnen Urheber. Beliebt in Design-Thinking-, Agile- und Liberating-Structures-Communities.
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