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Empathie-Kreis

Typische Dauer:
45m

Eine strukturierte Zuhörpraxis, bei der Teilnehmende abwechselnd sprechen und reflektiert werden, um tiefe Empathie aufzubauen.

Zweck

Der Empathie-Kreis ist eine strukturierte Dialogpraxis, bei der jede sprechende Person vollständig gehört und von einer zuhörenden Person zurückgespiegelt wird, bevor die nächste Person spricht. Er baut die Fähigkeit zu tiefer Empathie auf, reduziert Defensivität und schafft ein Gefühl des Wirklich-Verstanden-Werdens.

Auf einen Blick

DetailWert
Gruppengröße4–8
Dauer45 Minuten
SchwierigkeitMittel
ModerationsstilModerierter Kreis
SettingVor Ort oder virtuell

Ablauf

  1. Rahmen setzen (5 Min.): Den Prozess erklären: Eine Person spricht, eine andere spiegelt zurück (interpretiert nicht, antwortet nicht), die sprechende Person bestätigt oder korrigiert, dann wird die zuhörende Person zur nächsten sprechenden Person.
  2. Thema einführen (3 Min.): Ein Thema oder eine offene Frage vorstellen.
  3. Empathie-Runden (30 Min.): Dem Zyklus folgen: Sprecher:in (2–3 Min.) → Zuhörer:in spiegelt (1 Min.) → Bestätigung/Korrektur → Zuhörer:in wird Sprecher:in. Fortsetzen, bis alle mindestens einmal gesprochen haben.
  4. Kreis-Reflexion (7 Min.): Jede Person teilt: Wie war es, voll gehört zu werden? Wie war es, nur zu spiegeln ohne zu antworten?

Material

  • Stühle im Kreis angeordnet (oder virtuelles Meeting mit Galerieansicht)
  • Redegegenstand (optional, für Präsenz)
  • Timer
  • Grundregeln-Poster (ohne Bewertung zuhören, ohne Ratschläge spiegeln)

Stolperfallen & häufige Fehler

  • Zuhörer:in antwortet statt zu spiegeln: Die schwierigste Disziplin. Coachen: „Deine Aufgabe ist Spiegeln, nicht Antworten.“
  • Oberflächliches Teilen: Sicherheit durch Vorbild schaffen. Die Moderation kann mit echter Verletzlichkeit beginnen.
  • Ungleiche Zeit: Timer nutzen, damit alle gleichen Raum bekommen.
  • Als Debatte nutzen: Dies ist kein Diskussionsformat. Es gibt keine Erwiderungen.

Inklusion & Barrierefreiheit

  • Menschen erlauben zu passen, wenn sie nicht bereit sind zu sprechen.
  • In mehrsprachigen Gruppen in der stärksten Sprache sprechen lassen; die reflektierende Person fasst zusammen.
  • Grundregeln schriftlich bereitstellen.
  • Für hörbeeinträchtigte Teilnehmende schriftliche Reflexionen erwägen.

Varianten

  • Dyaden-Version: Zwei Personen wechseln sich 20 Minuten lang im Sprechen und Spiegeln ab. Einfacher und intimer.
  • Konfliktlösungs-Kreis: Das Thema auf eine bestimmte Teamspannung fokussieren.
  • Virtueller Empathie-Kreis: Video mit striktem Turn-Taking nutzen.

Wann NICHT einsetzen

  • Wenn die Gruppe zu groß ist (mehr als 8) — Runden werden zu lang.
  • Wenn das Vertrauen extrem gering ist.
  • Wenn Teilnehmende kein Interesse an emotionaler Verbindung haben.

Quelle & Weiterlesen

  • Edwin Rutsch, Empathy Circle Facilitator Guide (cultureofempathy.com)
  • Carl Rogers, *A Way of Being* (Houghton Mifflin, 1980)
  • Brene Brown, *Dare to Lead* (Random House, 2018)

Aus den Bausteinen eine Agenda machen

Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.

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