Flip It!
- Typische Dauer:
- 20m
Negative Annahmen und Ängste in positive Handlungen verwandeln, indem man Probleme buchstäblich auf den Kopf stellt.
Zweck
Flip It! ist eine Reframing-Übung, die Ängste, Annahmen oder negative Aussagen in Chancen und positive Handlungen umwandelt. Sie hilft Teams, aus einer Sorgenschleife auszubrechen und konstruktive Problemlösung anzugehen, indem eine Haftnotiz buchstäblich von der „dunklen Seite“ auf die „helle Seite“ gedreht wird.
Auf einen Blick
- Gruppengröße: 4–20
- Dauer: 20 Minuten
- Schwierigkeit: Einsteiger
- Moderationsstil: Energisch, partizipativ
- Setting: Vor Ort oder virtuell
Ablauf
- Negatives sammeln (5 Min). Teilnehmende bitten, Ängste, Bedenken, Beschwerden oder negative Annahmen aufzuschreiben — eins pro Haftnotiz. An eine Wand hängen.
- Vorlesen und anerkennen (3 Min). Die Negativpunkte laut vorlesen. Validieren — es sind echte Bedenken.
- Jedes umdrehen (7 Min). Jede negative Notiz buchstäblich umdrehen (oder eine neue schreiben) und als positive Handlung, Chance oder gewünschtes Ergebnis umformulieren.
- Umgedrehte Aussagen überprüfen (3 Min). Die positiven Aussagen laut vorlesen. Identifizieren, welche am handlungsfähigsten sind.
- Zur Aktion verpflichten (2 Min). Die Top 3 umgedrehten Aussagen auswählen und Verantwortliche zuweisen.
Material
- Haftnotizen (zwei Farben: eine für Negatives, eine für Positives)
- Marker
- Wand oder digitales Board
Stolperfallen & häufige Fehler
- Die Negativpunkte abtun. Die Übung funktioniert nur, wenn Bedenken zuerst ernst genommen werden.
- In vage Positivität umdrehen. „Wird schon“ ist kein Flip — auf spezifische, handlungsorientierte Umformulierungen bestehen.
- Optimismus erzwingen. Manche Bedenken sind legitime Blocker; anerkennen, wenn ein Flip Eskalation statt bloßes Reframing erfordert.
Inklusion & Barrierefreiheit
- Anonyme Einreichung von Negativpunkten ermöglichen, um sensible Bedenken ans Licht zu bringen.
- Alle Notizen laut vorlesen für Teilnehmende, die das Board nicht sehen können.
- Sicherstellen, dass der Ton psychologisch sicher bleibt — kein Spott über Ängste.
Varianten
- Persönliches Flip It: Einzelpersonen drehen ihre eigenen Karrierebedenken oder Team-Frustrationen um.
- Annahmen-Flip: Spezifisch auf Projektannahmen statt allgemeine Ängste fokussieren.
- Pre-Mortem zu Flip It: Zuerst ein Pre-Mortem durchführen, dann die Misserfolgsursachen in präventive Aktionen umdrehen.
Wann NICHT einsetzen
- Wenn Bedenken echte systemische Veränderung erfordern, nicht Reframing — Umdrehen kann sich abwertend anfühlen.
- Wenn die Gruppe in einer akuten Krise steckt und sofortige Problemlösung statt Perspektivwechsel braucht.
Quelle & Weiterlesen
- Gray, D., Brown, S., & Macanufo, J. (2010). *Gamestorming.* O’Reilly Media.
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