Konsens-Workshop
- Typische Dauer:
- 1h
Zweck
Der Konsens-Workshop ist eine strukturierte Methode, um Gruppenübereinstimmung zu einer komplexen Frage zu erreichen, indem individuelles Brainstorming, Paar-Klärung, Clustering und Benennung durchlaufen werden. Er produziert ein gemeinsames Framework, zu dem alle beigetragen haben und hinter dem alle stehen können, ohne dass einstimmige Zustimmung zu jedem Detail nötig ist. Einsetzen, wenn eine Gruppe eine strategische Frage beantworten muss („Was sind unsere Prioritäten?“) und die Stimme aller in der Antwort haben will.
Auf einen Blick
- Gruppengrösse: 8–40 Personen
- Dauer: 60 Minuten
- Schwierigkeit: Mittel
- Moderationsstil: Strukturiert
- Setting: Innenraum / Remote-geeignet
Ablauf
- Kontext und Frage (5 Min.): Die Fokus-Frage klar präsentieren. Sie sollte offen genug für vielfältige Antworten sein, aber spezifisch genug, um umsetzbar zu sein.
- Individuelles Brainstorming (5 Min.): Jede Person schreibt 3–5 Antworten auf separate Karten oder Haftnotizen.
- Paar-Diskussion (5 Min.): In Paaren Karten teilen und die stärksten 2–3 aus dem kombinierten Set auswählen.
- Sammeln und aufhängen (5 Min.): Alle ausgewählten Karten kommen an die Wand. Die Moderation liest jede laut vor.
- Clustern (15 Min.): Die Moderation (mit Gruppen-Input) gruppiert ähnliche Karten zu Clustern. Keine Karte wird verworfen. Die Gruppe löst Meinungsverschiedenheiten über die Platzierung durch kurzen Dialog.
- Cluster benennen (10 Min.): Die Gruppe gibt jedem Cluster einen bedeutungsvollen Titel, der sein Wesen erfasst. Diese Titel werden zum Konsens-Framework.
- Klären und verpflichten (15 Min.): Das Framework überprüfen. Auf Vollständigkeit prüfen. Die Gruppe bestätigt es als Arbeitsvereinbarung.
Material
- Grosse Wandfläche
- Karteikarten oder Haftnotizen (grosses Format)
- Marker
- Timer
Stolperfallen & häufige Fehler
- Zu viele Cluster (> 7) — die Gruppe zum Konsolidieren drängen. Wenn man es nicht einfach benennen kann, sind es zwei Cluster.
- Moderation clustert ohne Gruppen-Input — die Gruppe muss die Anordnung besitzen.
- Den Benennungsschritt überspringen — Namen verwandeln rohe Ideen in ein gemeinsames Vokabular. Hier kristallisiert sich der Konsens.
Inklusion & Barrierefreiheit
- Individuelles Brainstorming stellt sicher, dass jede Stimme beiträgt, nicht nur die dominanten.
- Die Paarphase baut Vertrauen auf, bevor öffentlich geteilt wird.
- Visuelles Clustering macht den Prozess transparent und zugänglich.
- Für Remote: digitale Haftnotiz-Tools mit Drag-and-Drop-Clustering nutzen.
Varianten
- Konsens-Workshop + Aktionsplanung: Nach dem Benennen der Cluster sofort Massnahmen für jedes planen.
- Schneller Konsens-Workshop (30 Min.): Brainstorming- und Clustering-Zeit für erfahrene Gruppen reduzieren.
- Multi-Fragen-Konsens-Workshop: Sequenzielle Workshops zu verwandten Fragen durchführen, um eine umfassende Strategie aufzubauen.
Wann NICHT einsetzen
Den Konsens-Workshop vermeiden, wenn die Frage eine faktische Antwort hat, die keinen Gruppen-Input erfordert, oder wenn eine Entscheidung bereits getroffen wurde und der Workshop performativ wäre.
Quelle & Weiterlesen
Entwickelt vom Institute of Cultural Affairs (ICA) als Teil seiner partizipativen Moderationsmethoden. Siehe *The Workshop Book* (Brian Stanfield, 2002) und ica-international.org.
Aus den Bausteinen eine Agenda machen
Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.
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