Labyrinthgang
- Typische Dauer:
- 30m
Teilnehmende gehen in Stille einen Labyrinthpfad zur Meditation, Reflexion und Zentrierung — ein kontemplatives Gegengewicht zu aktiver Teamarbeit.
Zweck
Ein Labyrinthgang fuehrt Teilnehmende in Stille durch ein Einweg-Labyrinth (kein Irrgarten) zur Meditation, Reflexion und Zentrierung. Anders als ein Irrgarten hat ein Labyrinth keine Sackgassen — der Pfad fuehrt immer zur Mitte und wieder hinaus. Das Gehen wird zu einer bewegten Meditation, die den Geist beruhigt, Raum fuer Reflexion schafft und ein kontemplatives Gegengewicht zu energiereichen Gruppenaktivitaeten bietet.
Auf einen Blick
- Gruppengroesse: 1–30 Teilnehmende (Einzelaktivitaet im Gruppenkontext)
- Dauer: 30 Minuten
- Schwierigkeit: Einsteiger
- Facilitationsstil: Behutsame Einfuehrung; autonomes Gehen
- Setting: Draussen oder drinnen; benoetigt ein Labyrinth (permanent, temporaer oder aufgemalt)
Ablauf
- Einfuehrung (5 Min.): Das Labyrinth erklaeren (kein Irrgarten — es gibt nur einen Weg). Teilnehmende einladen, in Stille und im eigenen Tempo zu gehen. Es gibt keinen falschen Weg. Eine Reflexionsfrage vorschlagen: Was suche ich? Was bin ich bereit loszulassen?
- Gehen (20 Min.): Teilnehmende treten einzeln ein mit 30-Sekunden-Abstaenden. Sie gehen zur Mitte, halten inne und gehen zurueck. Manche gehen langsam; andere werden zuegiger gehen. Beides ist gueltig.
- Versammlung (5 Min.): Nachdem alle zurueckgekehrt sind, gemeinsam einen Moment in Stille sitzen. Optional kurzes Teilen einladen: ein Wort, das euren Gang einfaengt.
Material
- Ein Labyrinth: permanente Installation, Leinwand-Labyrinth oder mit Klebeband/Kreide auf dem Boden (Chartres- oder klassisches 7-Gang-Muster)
- Ruhige, stille Umgebung
- Optional: Umgebungsmusik oder Naturgeraeusche
Stolperfallen & haeufige Fehler
- Als Rennen behandeln: Das Labyrinth ist nicht wettbewerbsorientiert. Langsames, achtsames Gehen betonen.
- Zu viel Reden: Stille ist essenziell. Der Gang verliert seine Kraft bei Geplaeuder.
- Labyrinth mit Irrgarten verwechseln: Ein Labyrinth hat einen Weg. Keine Entscheidungen, keine Sackgassen. Dies klarstellen.
- Pause in der Mitte ueberspringen: Teilnehmende ermutigen, mindestens 30 Sekunden in der Mitte zu stehen oder zu sitzen, bevor sie umkehren.
Inklusion & Barrierefreiheit
- Sicherstellen, dass der Labyrinthpfad breit genug fuer Rollstuehle ist, falls noetig.
- Fingerlabyrinthe (kleine Handbretter) sind eine hervorragende Alternative fuer diejenigen, die nicht gehen koennen.
- Manche Teilnehmende finden den meditativen Aspekt unkomfortabel. Ihnen erlauben, einfach den Pfad zu gehen, ohne Bedeutung anzuhaengen.
Varianten
- Fingerlabyrinth: Eine Handversion, die mit der Fingerspitze nachgezogen wird. Nuetzlich drinnen oder fuer sitzende Teilnehmende.
- Kerzenlicht-Labyrinth: Das Labyrinth bei Kerzenlicht am Abend gehen. Schafft eine zeremonielle Atmosphaere.
- Frage-Labyrinth: Jeder Teilnehmende traegt eine bestimmte Frage in den Gang und schreibt ihre Antwort bei der Rueckkehr auf.
Wann NICHT einsetzen
- Wenn die Gruppe Energie und Aktivierung braucht, nicht Reflexion.
- In lauten Umgebungen, wo Stille nicht aufrechterhalten werden kann.
- Wenn Teilnehmende skeptisch gegenueber meditativen oder spirituellen Praktiken sind und keine Umrahmung die Kluft ueberbruecken kann.
Quelle & Weiterlesen
- Artress, L. (1995). Walking a Sacred Path: Rediscovering the Labyrinth as a Spiritual Practice. Riverhead Books.
- The Labyrinth Society (labyrinthsociety.org). Ressourcen und Labyrinth-Finder.
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