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Lösungsskizze

Typische Dauer:
35m

Eine detaillierte, individuelle Skizzenübung, bei der jede teilnehmende Person einen selbsterklärenden visuellen Lösungsvorschlag erstellt, vollständig genug, damit andere ihn ohne verbale Erklärung verstehen und bewerten können.

Zweck

Die Lösungsskizze erzeugt eine detaillierte, selbsterklärende Konzeptzeichnung von jeder teilnehmenden Person. Anders als schnelle Ideenskizzen verlangt diese Übung genug Detail, damit jemand das Konzept allein aus der Skizze verstehen könnte. Sie schafft ein Level Playing Field zwischen verbalen und visuellen Denker*innen und produziert konkrete Vorschläge, die vergleichs- und testbereit sind.

Auf einen Blick

  • Gruppengröße: 3–10
  • Dauer: 35 Minuten
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Moderationsstil: Stille Einzelarbeit gefolgt von strukturierter Kritik
  • Setting: Tisch mit Papier, Markern und ruhiger Fokuszeit

Ablauf

  1. Kontext überprüfen (5 Min): Problemstellung, Designkriterien und Forschungserkenntnisse erneut durchgehen. Sicherstellen, dass alle die gleiche Grundlage haben.
  2. Individuell skizzieren (20 Min): Jede teilnehmende Person erstellt eine detaillierte Lösungsskizze auf einem oder mehreren Blättern. Einbeziehen: Titel, 3-Schritte-Storyboard oder annotiertes Diagramm, Schlüsselfeatures und wie die nutzende Person interagiert. Kein Reden während dieser Phase.
  3. Galerie-Ausstellung (2 Min): Alle Skizzen an die Wand hängen, wenn gewünscht anonym.
  4. Stille Kritik (5 Min): Alle gehen durch die Galerie und platzieren Klebepunkte auf Elemente, die sie überzeugend finden. Noch keine Diskussion.
  5. Speed-Kritik (3 Min): Die Facilitator-Person erzählt kurz jede Skizze basierend auf den Punktemustern. Erstellende können kurz klären.

Material

  • A3- oder A4-Papier (mehrere Blätter pro Person)
  • Marker, Stifte, Bleistifte
  • Klebepunkte (3–5 pro Person)
  • Wandfläche für Galerie-Ausstellung
  • Timer

Stolperfallen & häufige Fehler

  • Skizze nicht selbsterklärend: Wenn sie verbale Erklärung braucht, Annotationen, Titel oder einen 1-2-3-Ablauf ergänzen.
  • Nicht genug Zeit: 20 Minuten fühlen sich lang an, sind aber nötig für Detail. Nicht kürzen.
  • Gruppendiskussion zu früh: Die stille Kritik verhindert Anchoring-Bias und gibt jeder Skizze gleiche Aufmerksamkeit.
  • Künstlerische Einschüchterung: Teilnehmende versichern, dass Klarheit wichtiger ist als Schönheit.

Inklusion & Barrierefreiheit

  • Schriftliche Vorschläge als Alternative zu visuellen Skizzen akzeptieren.
  • Vorlagen mit vorgezeichneten Geräterahmen oder Layout-Rastern bereitstellen, um Angst vor dem leeren Blatt zu reduzieren.
  • Galerie-Skizzen für sehbeeinträchtigte Teilnehmende laut vorlesen.

Varianten

  • Drei-Panel-Storyboard-Skizze: Genau drei Panels verlangen, die Vorher, Während und Nachher der Interaktion zeigen.
  • Lösungsskizze + Superhelden-Vote: Jede Person bekommt eine "Superhelden"-Stimme (zählt doppelt) und zwei normale Stimmen.
  • Digitale Lösungsskizze: Tablets oder Figma für Teilnehmende nutzen, die digital besser denken.

Wann NICHT einsetzen

  • Wenn schnelle Divergenz gebraucht wird — stattdessen 6-to-1 oder Crazy 8s nutzen.
  • Wenn das Team nicht genug Forschung betrieben hat, um detaillierte Vorschläge zu informieren.
  • Wenn der Lösungsraum rein technisch ist (Code-Architektur, Algorithmen) und Skizzieren keinen Mehrwert bringt.

Quelle & Weiterlesen

  • Knapp, Jake — *Sprint* (Simon & Schuster, 2016)
  • Buxton, Bill — *Sketching User Experiences* (Morgan Kaufmann, 2007)
  • Greenberg et al. — *Sketching User Experiences: The Workbook* (Morgan Kaufmann, 2011)

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