Merkmalsauflistung
- Typische Dauer:
- 30m
Eine systematische Kreativmethode, die ein Produkt oder Konzept in seine einzelnen Merkmale zerlegt und dann Modifikationen jedes Merkmals unabhängig erkundet, um Verbesserungsideen zu generieren.
Zweck
Die Merkmalsauflistung zerlegt ein bestehendes Produkt, einen Service oder ein Konzept in seine individuellen Komponenten oder Eigenschaften (Größe, Material, Farbe, Geschwindigkeit, Preis etc.) und erkundet dann systematisch, wie jedes Merkmal verändert werden könnte. Sie stellt sicher, dass keine Designdimension als gegeben angenommen wird, und generiert ein umfassendes Set an Verbesserungsmöglichkeiten.
Auf einen Blick
- Gruppengröße: 3–10
- Dauer: 30 Minuten
- Schwierigkeit: Niedrig
- Moderationsstil: Strukturierte Analyse gefolgt von kreativer Modifikation
- Setting: Workshop-Raum mit Raster oder Tabelle am Whiteboard
Ablauf
- Merkmale auflisten (8 Min): 6–10 Merkmale des aktuellen Produkts/Konzepts identifizieren. Z. B. für eine Trinkflasche: Material, Größe, Öffnungsmechanismus, Isolierung, Farbe, Form, Gewicht, Preis.
- Modifikationen erkunden (15 Min): Für jedes Merkmal 3–5 Alternativen brainstormen. Material: Glas, Stahl, biologisch abbaubarer Kunststoff, Papier. Öffnung: Drehverschluss, Klappdeckel, Strohhalm, kein Deckel.
- Interessante Modifikationen kombinieren (5 Min): Eine Modifikation pro Merkmal auswählen, um ein neues Konzept zu schaffen. Nicht jede Kombination funktioniert, aber unerwartete oft schon.
- Bewerten (2 Min): Jedes neue Konzept nach Machbarkeit und Wünschbarkeit bewerten.
Material
- Raster am Whiteboard (Zeilen = Merkmale, Spalten = Modifikationen)
- Haftnotizen und Marker
- Das bestehende Produkt/Konzept als Referenz
Stolperfallen & häufige Fehler
- Wichtige Merkmale übersehen: Über physische Merkmale hinausdenken — Prozess-, Kontext- und emotionale Merkmale einbeziehen.
- Nur inkrementelle Änderungen: "Eine etwas größere Flasche" ist nicht kreativ genug. Radikale Modifikationen einbeziehen.
- Nicht über Merkmale hinweg kombinieren: Die Kraft der Methode liegt in neuartigen Kombinationen, nicht in Einzelmerkmal-Änderungen.
- Auf zu Abstraktes anwenden: Funktioniert am besten bei konkreten, bestehenden Produkten oder Services.
Inklusion & Barrierefreiheit
- Ein großes, sichtbares Raster verwenden.
- Verbale Beiträge neben schriftlichen erlauben.
- Barrierefreiheit als explizites zu modifizierendes Merkmal einbeziehen.
Varianten
- Merkmalselimination: Statt zu modifizieren, jedes Merkmal einzeln entfernen. Was überlebt?
- Merkmalstransfer: Merkmale eines anderen Produkts nehmen und auf das eigene anwenden.
- Nutzer-definierte Merkmale: Nutzende fragen, welche Merkmale am wichtigsten sind, und die Übung darauf fokussieren.
Wann NICHT einsetzen
- Wenn die Herausforderung darin besteht, etwas völlig Neues zu schaffen, nicht Bestehendes zu modifizieren.
- Wenn das Produkt so komplex ist, dass das Auflisten aller Merkmale zu lange dauern würde (>15 Merkmale).
- Wenn das Team emotionale, narrative Ideenfindung braucht statt analytischer Zerlegung.
Quelle & Weiterlesen
- Crawford, Robert P. — *The Techniques of Creative Thinking* (1954)
- VanGundy, Arthur B. — *Techniques of Structured Problem Solving* (1988)
- Michalko, Michael — *Thinkertoys* (Ten Speed Press, 2006)
Aus den Bausteinen eine Agenda machen
Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.
14 Tage kostenlos testen