Mob Programming
- Typische Dauer:
- 2h
Das gesamte Team arbeitet gemeinsam an derselben Aufgabe, am selben Computer, zur selben Zeit — maximiert geteiltes Verständnis, Qualität und kollektives Code-Ownership.
Zweck
Mob Programming (Ensemble Programming) bringt das gesamte Team vor einen Bildschirm. Eine Person tippt (Driver), der Rest navigiert (denkt und lenkt). Es eliminiert Übergaben, verbreitet Wissen und produziert hochqualitativen Code mit eingebautem Review.
Auf einen Blick
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Gruppengröße | 3 – 7 |
| Dauer | 2 Stunden (Session) |
| Schwierigkeit | Mittel |
| Moderationsstil | Selbstorganisiert mit rotierendem Driver |
| Setting | Geteilte Workstation oder remote mit Screen Share + Driver-Rotationstool |
Ablauf
- Setup (5 Min.) — Aufgabe wählen. Einen Computer mit Codebase, Beamer oder Screen Share und Timer einrichten.
- Ersten Driver bestimmen (1 Min.) — Der Driver tippt nur, was die Navigatoren sagen.
- Navigieren und coden (Rotationszyklen) — Navigatoren besprechen den Ansatz und sagen dem Driver, was zu tippen ist.
- Driver rotieren (alle 10–15 Min.) — Timer klingelt, Driver wird Navigator, nächste Person übernimmt die Tastatur.
- Pause (alle 60 Min.) — 10 Minuten Pause. Mob-Sessions sind kognitiv intensiv.
- Debrief (10 Min.) — Was haben wir gelernt? Was hat funktioniert?
Material
- Eine Workstation mit eingerichteter Codebase
- Beamer oder großer Bildschirm (oder Screen Share für remote)
- Rotationstimer (Mobster, mob.sh oder Küchentimer)
- Bequeme Sitzgelegenheiten für das ganze Team
Stolperfallen & häufige Fehler
- Driver geht solo — Driver muss nur umsetzen, was die Navigatoren sagen.
- Eine Person dominiert die Navigation — Alle zum Beitragen ermutigen.
- Zu lange Sessions ohne Pausen — Ermüdung zerstört den Qualitätsvorteil.
- Triviale Aufgaben wählen — Mob Programming glänzt bei komplexen, mehrdeutigen Aufgaben.
Inklusion & Barrierefreiheit
- Bildschirm groß genug und Schriftgröße lesbar für alle.
- Für Remote-Mobs: Tool mit reibungslosem Kontrollwechsel nutzen.
- Alle Navigatoren zum Sprechen ermutigen, auch weniger Erfahrene.
Varianten
- Pair Programming — Zwei Personen statt des ganzen Teams.
- Mob mit Facilitator — Nicht-codender Facilitator managt Rotationen und Energie.
- Remote Mob — VS Code Live Share, Tuple oder Ähnliches nutzen.
Wann NICHT einsetzen
- Für einfache, gut verstandene Aufgaben.
- Wenn Teammitglieder stark dagegen sind — Mob Programming braucht Buy-in.
- Wenn das Team größer als 7 ist — in zwei Mobs aufteilen.
Quelle & Weiterlesen
- Zuill, W. (2014). „Mob Programming — A Whole Team Approach.“ mobprogramming.org
- Zuill, W. & Meadows, K. (2016). *Mob Programming Guidebook*.
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