Narrative-Landscape-Mapping
- Typische Dauer:
- 1h
Eine visuelle Methode, die dominante, alternative und aufkommende Erzählungen in einer Organisation abbildet, um Kultur zu verstehen und narrativbasierte Interventionen zu gestalten.
Zweck
Narrative-Landscape-Mapping macht die Geschichten sichtbar und navigierbar, die eine Organisation prägen. Jede Organisation läuft auf Erzählungen — über ihre Ursprünge, ihre Held*innen, ihre Tabus und ihre Zukunft. Manche Erzählungen sind dominant und werden verstärkt; andere sind unterdrückt oder aufkommend. Durch das Abbilden der narrativen Landschaft können Gruppen sehen, welche Geschichten Verhalten treiben, welche fehlen und wo neue Erzählungen die Kultur verschieben könnten.
Auf einen Blick
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Gruppengröße | 8–30 |
| Dauer | 60 Min. |
| Schwierigkeit | Mittel–Fortgeschritten |
| Facilitationsstil | Narrativ, analytisch, visuell |
| Setting | Raum mit großer Wandfläche für die Landschaftskarte |
Ablauf
- Geschichten sammeln (15 Min.). Jede Person schreibt 2–3 häufig gehörte Geschichten auf separate Sticky Notes. Einschließlich: Gründungsgeschichten, Heldengeschichten, warnende Erzählungen, "So machen wir das hier"-Geschichten.
- In Kategorien sortieren (10 Min.). Geschichten clustern: Dominante Erzählungen, Gegen-Erzählungen, Aufkommende Erzählungen, Abwesende Erzählungen (Geschichten, die existieren sollten, aber nicht da sind).
- Landschaft abbilden (15 Min.). Auf großem Papier räumlich anordnen: Dominante in der Mitte, Gegen-Erzählungen am Rand, Aufkommende am Horizont, Abwesende als leere Flächen. Verbindungen und Spannungen zeichnen.
- Landschaft analysieren (10 Min.). Diskussion: Welche Erzählungen treiben Verhalten? Welche fangen uns ein? Welche aufkommenden könnten wir verstärken? Welche abwesende Erzählung würde alles verändern?
- Narrative Interventionen gestalten (10 Min.). Pro gewünschter Verschiebung: Welche Geschichten müssen erzählt werden? Wer sollte sie erzählen? In welchen Kontexten?
Material
- Sticky Notes in vier Farben (eine pro Kategorie)
- Großes Papier oder Whiteboard für die Landschaftskarte
- Marker
- Kamera zur Dokumentation
Stolperfallen & häufige Fehler
- Nur positive Geschichten abbilden. Warnende Erzählungen, Misserfolgsgeschichten und Tabugeschichten einbeziehen.
- Erzählungen als Fakten behandeln. Geschichten sind interpretativ — dasselbe Ereignis kann verschiedene Erzählungen erzeugen.
- Keine Aktion. Eine schöne Karte ohne Interventionsdesign ist ein interessantes Artefakt, keine Veränderungsarbeit.
- Facilitator*in zwingt eigene Erzählung auf. Abbilden, was die Gruppe teilt.
Inklusion & Barrierefreiheit
- Verschiedene Organisationsgruppen erleben verschiedene Erzählungen — diverse Erzähler*innen einbeziehen.
- Gegen-Erzählungen kommen oft von marginalisierten Stimmen — Sicherheit schaffen.
- Visuelle Abbildung für Zugänglichkeit.
- Anonyme Geschichteneinreichung für sensible Erzählungen anbieten.
Varianten
- Narrative Landschaft über die Zeit: Abbilden, wie sich Erzählungen über Organisations-Ären verschoben haben.
- Vergleichende Landschaften: Erzählungen verschiedener Bereiche oder Regionen nebeneinander abbilden.
- Digitale narrative Landschaft: Digitales Whiteboard für Remote-Teams.
Wann NICHT einsetzen
- Wenn die Gruppe Gegen-Erzählungen nicht hören kann, ohne defensiv zu werden.
- Wenn Erzählungen genutzt werden, um die offizielle Geschichte zu kontrollieren.
- Wenn kein Appetit auf narrativbasierte Intervention besteht.
Quelle & Weiterlesen
- Boje, D. M. (2008). *Storytelling Organizations*. Sage.
- Denning, S. (2005). *The Leader's Guide to Storytelling*. Jossey-Bass.
- Snowden, D. J. (2005). "Story Telling: An Old Skill in a New Context." *Business Information Review*, 16(1).
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Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.
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