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Powers of Ten

Typische Dauer:
25m

Eine perspektivenwechselnde Übung, die ein Problem auf mehreren Skalen untersucht — vom Individuum bis zum Planeten — um systemische Zusammenhänge aufzudecken und die Herausforderung neu zu rahmen.

Zweck

Powers of Ten (inspiriert vom Eames-Film) zwingt Teams, bei einem Problem über mehrere Skalen hinein- und herauszuzoomen. Durch die Betrachtung derselben Herausforderung auf der Ebene einer Person, eines Teams, einer Organisation, einer Stadt und einer Gesellschaft entdecken Teams systemische Zusammenhänge, Hebelpunkte und blinde Flecken, die sie auf einer einzelnen Skala verpassen würden.

Auf einen Blick

  • Gruppengröße: 4–12
  • Dauer: 25 Minuten
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Moderationsstil: Facilitator-geleitete Diskussion durch Skalenebenen
  • Setting: Workshop-Raum mit Whiteboard mit konzentrischen Kreisen oder Spalten

Ablauf

  1. Herausforderung formulieren (3 Min): Die Designherausforderung in die Mitte schreiben.
  2. Skalen definieren (2 Min): 4–6 Skalenebenen drumherum markieren. Typische Skalen: Individuum > Team > Organisation > Branche > Gesellschaft > Planet.
  3. Jede Skala erkunden (15 Min, ~3 Min pro Skala): Auf jeder Ebene fragen: "Wie manifestiert sich dieses Problem hier?" "Wer ist betroffen?" "Welche Kräfte wirken?" "Welche Lösungen gibt es auf dieser Skala?" Antworten auf Haftnotizen festhalten.
  4. Skalen verbinden (5 Min): Pfeile zwischen Skalen ziehen, wo Kräfte sich gegenseitig beeinflussen. Identifizieren, wo eine kleine Intervention auf einer Skala Veränderung auf einer anderen bewirken könnte.

Material

  • Whiteboard oder großes Papier mit konzentrischen Kreisen
  • Haftnotizen und Marker
  • Skalenebenen-Beschriftungen

Stolperfallen & häufige Fehler

  • Auf einer Skala verharren: Teams verfallen in ihre gewohnte Ebene (oft Team oder Produkt). Bewusst zu unvertrauten Skalen drängen.
  • Zu abstrakt werden: Jede Skala mit konkreten Beispielen und realen Akteuren erden.
  • Verbindungen überspringen: Der Wert liegt darin zu sehen, wie Skalen interagieren, nicht nur Bedenken pro Ebene aufzulisten.
  • Zu viele Skalen: 4–6 reichen. Mehr wird unübersichtlich.

Inklusion & Barrierefreiheit

  • Skalen klar beschriften und laut vorlesen.
  • Verschiedene Farben für verschiedene Skalen zur visuellen Unterscheidung nutzen.
  • Individuelle Reflexionszeit bei jeder Skala vor der Gruppendiskussion ermöglichen.

Varianten

  • Zeitliche Powers of Ten: Statt räumlicher Skalen durch die Zeit zoomen: jetzt, 1 Monat, 1 Jahr, 10 Jahre, 100 Jahre.
  • Stakeholder-Powers of Ten: Stakeholder-Gruppen als Skalenebenen statt geographischer Reichweite nutzen.
  • Umgekehrte Powers of Ten: Auf der planetaren Skala beginnen und zum Individuum hineinzoomen.

Wann NICHT einsetzen

  • Wenn die Herausforderung eng begrenzt ist und Mehr-Skalen-Denken unnötige Komplexität einführen würde.
  • Wenn das Team konvergieren muss, nicht divergieren — dies ist eine expansive Übung.
  • Wenn niemand im Raum Wissen über die breiteren Systeme hat — Referenzmaterial bereitstellen.

Quelle & Weiterlesen

  • Eames, Charles & Ray — *Powers of Ten* (Film, 1977)
  • d.school, Stanford — Methodenkarte "Powers of Ten"
  • Meadows, Donella — *Thinking in Systems* (Chelsea Green, 2008)

Aus den Bausteinen eine Agenda machen

Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.

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