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Prominenten-Interview

Typische Dauer:
35m

Zweck

Das Prominenten-Interview ersetzt traditionelle Präsentationen durch ein lebendiges, informelles Interviewformat, das Expertenwissen zugänglich und fesselnd macht. Ein Gastgeber interviewt den „Prominenten“ (Fachexperte, Führungsperson oder Praktiker), und das Publikum steigt mit Fragen ein. Es verwandelt passives Zuhören in aktives, neugierdegetriebenes Lernen. Einsetzen, wenn ein Experte wichtiges Wissen zu teilen hat, aber eine Standardpräsentation das Publikum langweilen oder entfremden würde.

Auf einen Blick

  • Gruppengrösse: 10–200+ Personen
  • Dauer: 35 Minuten
  • Schwierigkeit: Anfänger
  • Moderationsstil: Semi-strukturiert
  • Setting: Innenraum / Remote-geeignet

Ablauf

  1. Aufbau (3 Min.): Zwei Stühle vorne arrangieren (Talkshow-Stil). Den „Prominenten“ und den Gastgeber vorstellen.
  2. Gastgeber-Interview (15 Min.): Der Gastgeber stellt vorbereitete Fragen, die Geschichten, Herausforderungen und Erkenntnisse hervorlocken. Gesprächig halten, nicht formell.
  3. Publikumsfragen (12 Min.): Das Wort öffnen. Der Gastgeber kann Publikumsfragen kuratieren, um Vielfalt und Tiefe sicherzustellen.
  4. Abschluss (5 Min.): Der Gastgeber fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Der Prominente teilt einen letzten Gedanken.

Material

  • Zwei Stühle, idealerweise auf einer kleinen Bühne oder im Fishbowl-Arrangement
  • Mikrofone (für grosse Gruppen)
  • Vorbereitete Fragenliste für den Gastgeber
  • Optional: Publikums-Fragekarten

Stolperfallen & häufige Fehler

  • Der Gastgeber stellt geschlossene Ja/Nein-Fragen — offene Impulse nutzen: „Erzählen Sie von einer Situation, als...“
  • Der Prominente verfällt in Präsentationsmodus — der Gastgeber sollte sanft unterbrechen und zu Geschichten zurücklenken.
  • Den Prominenten vorher nicht briefen — die Fragenthemen (nicht die exakten Fragen) teilen, damit Geschichten vorbereitet werden können.

Inklusion & Barrierefreiheit

  • Das informelle Format macht Expertenwissen für alle zugänglich, unabhängig vom technischen Hintergrund.
  • Schriftliche Frageneinsendung (Karten oder digital) für Personen ermöglichen, die sich vor grossen Gruppen unwohl fühlen.
  • Gebärdensprache oder Untertitelung bei grossen Events bereitstellen.

Varianten

  • Panel-Prominenten-Interview: 2–3 Experten gleichzeitig für kontrastierende Perspektiven interviewen.
  • Umgekehrtes Prominenten-Interview: Ein Publikumsmitglied wird für 5 Minuten zum Prominenten und teilt eigene Erfahrung.
  • Remote-Prominenten-Interview: Per Videokonferenz mit Live-Chat für Publikumsfragen durchführen.

Wann NICHT einsetzen

Prominenten-Interview vermeiden, wenn der Inhalt strukturiertes, sequenzielles Lehren erfordert (z. B. ein technisches Tutorial) oder wenn der „Prominente“ mit spontanen Fragen unwohl ist.

Quelle & Weiterlesen

Entwickelt von Henri Lipmanowicz und Keith McCandless als Teil der Liberating Structures. Siehe liberatingstructures.com.

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Prominenten-Interview · GoodWorkshop