Reflecting Team
- Typische Dauer:
- 45m
Eine strukturierte Zuhörpraxis, bei der ein Team ein Thema diskutiert, während ein zweites Team beobachtet und dann laut reflektiert, was es bemerkt hat — neue Perspektiven ohne Ratschläge.
Zweck
Das Reflecting Team, entwickelt von Tom Andersen in der Familientherapie und breit für organisationale Nutzung adaptiert, schafft einen kraftvollen Perspektivwechsel durch die Trennung von Sprechen und Zuhören. Eine Gruppe diskutiert; eine zweite beobachtet still, reflektiert dann laut über Wahrgenommenes — Muster, Emotionen, Blockaden, Stärken — während die erste Gruppe zuhört ohne zu antworten.
Auf einen Blick
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Gruppengröße | 6–20 (aufgeteilt in Diskussions- und Reflexionsteam) |
| Dauer | 45 Min. |
| Schwierigkeit | Mittel |
| Facilitationsstil | Strukturierte Beobachtung und Reflexion |
| Setting | Zwei Kreise: innen (diskutierend) und außen (reflektierend) |
Ablauf
- Setup (5 Min.). Zwei Kreise anordnen: Diskussionsteam (innen) und Reflexionsteam (außen). Prozess und Regeln erklären.
- Diskussionsteam spricht (15 Min.). Innerer Kreis diskutiert offen. Äußerer Kreis hört still zu und notiert. Keine Unterbrechungen.
- Reflexionsteam reflektiert (10 Min.). Fokus tauscht. Äußerer Kreis teilt Beobachtungen: Muster, Metaphern, Energieverschiebungen, Gesagtes und Ungesagtes. Regeln: tentativ sprechen ("Ich fragte mich, ob..."), keine Ratschläge, keine Urteile.
- Diskussionsteam antwortet (10 Min.). Innerer Kreis reagiert: Was hat resoniert? Was überrascht? Was hat sich geöffnet?
- Gesamtgruppen-Debrief (5 Min.). Kurze Diskussion: Wie war diese Erfahrung? Was nehmen Sie mit?
Material
- Stühle in zwei konzentrischen Kreisen
- Notizmaterial für das Reflexionsteam
- Timer
- Prozesskarte mit Reflexionsleitlinien
Stolperfallen & häufige Fehler
- Reflexionsteam gibt Ratschläge. Die häufigste Regelverletzung. Umlenken: "Teilen Sie Beobachtungen, nicht was die anderen tun sollten."
- Diskussionsteam spielt fürs Publikum. Erinnern: Miteinander sprechen, nicht für die Beobachtenden.
- Reflexionsteam zu analytisch. Beobachtungen über Gefühl, Energie und Körpersprache ermutigen, nicht nur Inhalt.
- Antwort-Runde überspringen. Dort passiert die Integration.
Inklusion & Barrierefreiheit
- Beide Rollen (Diskutieren und Reflektieren) sind wertvoll — niemand ist passiv.
- Das Format gibt leiseren Stimmen im Reflexionsteam strukturierte Gelegenheit beizutragen.
- Schriftliche Reflexionen für Personen anbieten, die nicht laut sprechen möchten.
- Sicherstellen, dass beide Kreise füreinander sicht- und hörbar sind.
Varianten
- Goldfischglas: Reflexionsteam sitzt im inneren Kreis (Fishbowl-Stil); Diskussionsteam wechselt nach außen.
- Virtuelles Reflecting Team: Diskussionsteam Kamera an; Reflexionsteam Kamera aus während Diskussion, dann tauschen.
- Mehrrunden: Zyklus 2–3 Mal wiederholen für tiefere Erkundung.
Wann NICHT einsetzen
- Wenn das Diskussionsteam sich exponiert oder beurteilt fühlen würde — Vertrauen muss zuerst aufgebaut sein.
- Wenn das Thema zu sensibel für Beobachtung durch andere ist.
- Wenn die Zeit zu kurz für den vollen Zyklus ist.
Quelle & Weiterlesen
- Andersen, T. (1991). *The Reflecting Team: Dialogues and Dialogues about the Dialogues*. Norton.
- Schön, D. A. (1983). *The Reflective Practitioner*. Basic Books.
- Friedman, S. (Hrsg.) (1995). *The Reflecting Team in Action*. Guilford Press.
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Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.
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