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Rollenspiel-Test

Typische Dauer:
35m

Eine Methode, bei der Teammitglieder eine Service- oder Produkterfahrung durchspielen, indem sie verschiedene Rollen (Nutzer*in, Anbieter, System) einnehmen, um Usability-Probleme und emotionale Reaktionen aufzudecken.

Zweck

Der Rollenspiel-Test erweckt ein Konzept zum Leben, indem Teammitglieder die Erfahrung aus verschiedenen Perspektiven physisch durchspielen. Er deckt Reibungspunkte, emotionale Reaktionen und Logiklücken auf, die statische Prototypen nicht zeigen — besonders wertvoll für Service Design und komplexe Mehrparteien-Interaktionen.

Auf einen Blick

  • Gruppengröße: 3–8
  • Dauer: 35 Minuten
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Moderationsstil: Angeleitete Improvisation, Facilitator als Regisseur*in
  • Setting: Offene Fläche; minimale Requisiten

Ablauf

  1. Szenario festlegen (5 Min): Situation beschreiben, benötigte Rollen (Nutzer*in, Dienstleister*in, System/Backend) und die Aufgabe der nutzenden Person.
  2. Rollen zuweisen (2 Min): Eine Person spielt die Nutzerin, andere spielen Touchpoints, Mitarbeitende oder abstrakte Konzepte wie "die App" oder "das Wartezimmer".
  3. Szene spielen (15 Min): Die nutzende Person durchläuft die Erfahrung Schritt für Schritt. Andere reagieren in ihrer Rolle. Facilitator kann pausieren, zurückspulen oder fragen: "Was fühlen Sie gerade?"
  4. Nachbesprechung (13 Min): Alle Spielenden teilen ihre Erfahrung. Was fühlte sich unbeholfen an? Wo brach der Ablauf? Was fehlte? Erkenntnisse auf Haftnotizen festhalten.

Material

  • Szenarioskript oder Storyboard
  • Namensschilder oder Rollenkarten
  • Haftnotizen und Marker für Nachbesprechung
  • Optional: einfache Requisiten (Telefon, Klemmbrett, Stuhl als Tresen)

Stolperfallen & häufige Fehler

  • Befangenheit: Teilnehmende fühlen sich vielleicht albern. Vorher mit einer niedrigschwelligen Impro-Übung aufwärmen.
  • Über-Skripten: Wenn jede Zeile vorgegeben ist, gehen die improvisierten Reaktionen verloren, die echte Probleme aufdecken.
  • System-Rolle ignorieren: Jemand sollte das Backend spielen — was hinter den Kulissen passiert, ist wichtig.
  • Keine Beobachtungsperson: Mindestens eine Person sollte zuschauen und Notizen machen, nicht mitspielen.

Inklusion & Barrierefreiheit

  • Nicht-Schauspiel-Rollen (Erzähler*in, Protokollant*in) für Personen anbieten, die sich bei Improvisation unwohl fühlen.
  • Sitzende Rollenspiele für Teilnehmende mit Mobilitätseinschränkungen ermöglichen.
  • Schriftliche statt mündliche Antworten erlauben, wenn bevorzugt.

Varianten

  • Umgekehrtes Rollenspiel: Designer*innen spielen Nutzer*innen; echte Nutzer*innen spielen den Dienstleister.
  • Dunkles Szenario: Absichtlich den Worst Case durchspielen, um das Design zu belasten.
  • Forumtheater: Zuschauende können "Stopp!" rufen und eine Rolle übernehmen, um einen anderen Ansatz zu versuchen.

Wann NICHT einsetzen

  • Wenn das Team zu klein ist (weniger als 3 Personen), um wesentliche Rollen zu besetzen.
  • Wenn das Konzept zu abstrakt ist, um es durchzuspielen — stattdessen Storyboarding nutzen.
  • Wenn kulturelle Normen öffentliches Spielen unangenehm machen und kein Warm-up die Lücke überbrücken kann.

Quelle & Weiterlesen

  • Stickdorn, Hormess, Lawrence & Schneider — *This Is Service Design Doing* (O’Reilly, 2018)
  • Boal, Augusto — *Theatre of the Oppressed* (1974) — Wurzeln des Forumtheaters
  • d.school, Stanford — Methodenkarte "Prototype for Empathy"

Aus den Bausteinen eine Agenda machen

Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.

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