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Sprint Planning

Typische Dauer:
2h

Das Scrum-Team prüft das Product Backlog und erarbeitet gemeinsam ein Sprint-Ziel samt Arbeitsplan für den kommenden Sprint.

Zweck

Das Sprint Planning eröffnet jeden Sprint und beantwortet zwei Fragen: *Was können wir liefern?* und *Wie erledigen wir die Arbeit?* Die Zeremonie richtet das Team auf ein gemeinsames Sprint-Ziel aus, wählt Product-Backlog-Einträge aus und erzeugt ein Sprint Backlog, das die Entwickler zuversichtlich innerhalb der Timebox umsetzen können.

Auf einen Blick

MerkmalDetail
Gruppengröße3 – 9 (ein Scrum-Team)
DauerBis zu 2 Stunden pro Sprint-Woche (z. B. 4 h für einen Zwei-Wochen-Sprint)
SchwierigkeitMittel
ModerationsstilKollaborativ; Scrum Master moderiert, Product Owner klärt
SettingVor Ort oder Videocall mit geteiltem Board

Ablauf

  1. Einstieg (10 Min.) — Der Product Owner stellt das vorgeschlagene Sprint-Ziel und die höchstpriorisierten Backlog-Einträge vor. Velocity-Daten und Kapazitätseinschränkungen teilen.
  2. Einträge auswählen (30 Min.) — Das Team bespricht jeden Kandidaten, stellt Rückfragen und prognostiziert, wie viele Einträge in den Sprint passen.
  3. Sprint-Ziel formulieren (10 Min.) — Gemeinsam einen Satz schreiben, der das kohärente Ziel einfängt.
  4. Aufgaben zerlegen (50 Min.) — Entwickler brechen ausgewählte Einträge in Tasks von ca. einem Tag herunter. Abhängigkeiten und Unbekanntes kennzeichnen.
  5. Vertrauens-Check (10 Min.) — Fist-of-Five: Wie zuversichtlich ist das Team? Unter 3 → Scope anpassen.
  6. Abschluss (10 Min.) — Sprint-Ziel, Sprint Backlog und Logistik bestätigen.

Material

  • Product Backlog (gepflegt und priorisiert)
  • Sprint-Board (physisch oder digital)
  • Velocity-Diagramm oder Durchsatzdaten
  • Kapazitätskalender des Teams
  • Timer

Stolperfallen & häufige Fehler

  • Sprint-Ziel weglassen — Ohne Ziel wird der Sprint zur losen Aufgabenliste.
  • Product Owner diktiert den Scope — Planning ist eine Verhandlung; Entwickler müssen die Prognose verantworten.
  • Zu viel einplanen — Daten statt Optimismus verwenden.
  • Kein Task-Breakdown — Verdeckte Komplexität taucht mitten im Sprint auf.
  • Zeitbox überschreiten — Ursache ist meist mangelndes Backlog Refinement.

Inklusion & Barrierefreiheit

  • Backlog-Einträge 24 Stunden vorher teilen, damit Introvertierte und Nicht-Muttersprachler sich vorbereiten können.
  • Sichtbaren Timer und strukturierte Runden nutzen.
  • Sprint-Ziel schriftlich festhalten, nicht nur mündlich.
  • Remote: Untertitel aktivieren, gemeinsames digitales Board nutzen.

Varianten

  • Zwei-Teile-Planning — Teil 1: Was (Ziel + Einträge), Teil 2: Wie (Task-Breakdown).
  • Asynchrones Vor-Planning — Entwickler lesen und fragen vorab asynchron; Live-Zeit reduziert sich auf 60–90 Min.
  • Sprint Planning mit Schätzung — Mit Kartenschätzung kombinieren, falls Einträge noch nicht geschätzt sind.

Wann NICHT einsetzen

  • Bei kontinuierlichem Kanban-Flow ohne feste Iterationen → Kanban-Replenishment nutzen.
  • Wenn weniger als zwei Wochen gepflegtes Backlog vorliegen → erst Backlog Refinement durchführen.
  • Wenn das Team keine Autonomie bei der Arbeitsauswahl hat → die Zeremonie wird zum Theater.

Quelle & Weiterlesen

  • Schwaber, K. & Sutherland, J. (2020). *The Scrum Guide*. scrumguides.org
  • Cohn, M. (2005). *Agile Estimating and Planning*. Prentice Hall.
  • Rubin, K. (2012). *Essential Scrum*. Addison-Wesley.

Aus den Bausteinen eine Agenda machen

Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.

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