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Stakeholder-Interview

Typische Dauer:
50m

Ein halbstrukturiertes Interview mit Entscheidungsträger*innen und Schlüsselpersonen, um deren Ziele, Bedenken, Einschränkungen und Erfolgskriterien für ein Projekt zu verstehen.

Zweck

Stakeholder-Interviews decken Prioritäten, politische Dynamiken, Einschränkungen und Erfolgskriterien der Personen auf, die ein Projekt finanzieren, genehmigen oder davon betroffen sind. Sie gleichen das Designteam mit der organisatorischen Realität ab und bringen verborgene Anforderungen ans Licht, bevor kostspielige Fehlausrichtungen entstehen.

Auf einen Blick

  • Gruppengröße: 2–3 (Interviewer*in(nen) + 1 Stakeholder)
  • Dauer: 50 Minuten
  • Schwierigkeit: Mittel
  • Moderationsstil: Halbstrukturiertes Gespräch
  • Setting: Privater Besprechungsraum oder Videocall

Ablauf

  1. Vorbereitung (15 Min vorher): Rolle, jüngste Entscheidungen und öffentliche Aussagen des Stakeholders recherchieren. 6–8 offene Fragen zu Zielen, Bedenken, Einschränkungen, Metriken und Worst-Case-Szenarien entwerfen.
  2. Eröffnung (5 Min): Sich vorstellen, Zweck erläutern, Vertraulichkeit bestätigen und um Aufnahmeerlaubnis bitten.
  3. Ziele erkunden (15 Min): "Wie sieht Erfolg für Sie aus?" "Was bereitet Ihnen am meisten Sorgen?" "Was würde Sie dazu bringen, ein Veto einzulegen?"
  4. Einschränkungen erkunden (10 Min): "Was kann sich nicht ändern?" "Welche Ressourcen stehen fest?" "Wer muss noch zustimmen?"
  5. Beziehungen erkunden (10 Min): "Mit wem sollte ich noch sprechen?" "Wo sehen Sie Spannungen zwischen Teams?" "Welche Vorgeschichte sollte ich kennen?"
  6. Abschluss (5 Min): Zusammenfassen, was gehört wurde, um Korrekturen bitten und Follow-up-Rhythmus vereinbaren.
  7. Nachbesprechung (5 Min danach): Zentrale Themen, Machtdynamiken und Überraschungen sofort festhalten.

Material

  • Interviewleitfaden
  • Aufnahmegerät (mit Einwilligung)
  • Notizbuch
  • Stakeholder-Map (falls vorhanden)

Stolperfallen & häufige Fehler

  • Nur Sponsor*innen interviewen: Auch Skeptiker*innen und operative Mitarbeitende einbeziehen.
  • Mit Lösungen führen: Dieses Interview dient dem Verstehen, nicht dem Pitchen.
  • Politische Dynamiken ignorieren: Was Stakeholder öffentlich und privat sagen, kann abweichen. Lücken notieren.
  • Keine Synthese über Interviews hinweg: Themen über Stakeholder hinweg vergleichen, um Übereinstimmung und Konflikte zu finden.

Inklusion & Barrierefreiheit

  • Interview über das bevorzugte Medium des Stakeholders anbieten (persönlich, Video, Telefon, schriftlich).
  • Fragen vorab teilen für Stakeholder, die Vorbereitung bevorzugen.
  • Kulturell sensibel mit Hierarchie umgehen — in manchen Kontexten können direkte Fragen an eine Führungskraft unangemessen wirken.

Varianten

  • Gruppen-Stakeholder-Interview: 2–3 Stakeholder gleichzeitig, um Dynamiken zu beobachten (höheres Risiko, höherer Ertrag).
  • Stakeholder-Safari: Kurze, informelle 10-Minütige Gespräche mit vielen Stakeholdern statt tiefer Interviews mit wenigen.
  • Asynchrones Stakeholder-Interview: Strukturierten Fragebogen senden, wenn Kalender Live-Sitzungen unmöglich machen.

Wann NICHT einsetzen

  • Wenn Stakeholder bereits ausführlich konsultiert wurden und Fortschritt sehen müssen, nicht mehr Fragen.
  • Wenn das Projekt rein nutzerseitig ist ohne organisatorische Politik (selten, aber möglich).
  • Wenn der interviewenden Person die Seniorität fehlt, um ein offenes Gespräch mit dem Stakeholder zu führen.

Quelle & Weiterlesen

  • Kim Goodwin — *Designing for the Digital Age* (Wiley, 2009)
  • Steve Portigal — *Interviewing Users* (Rosenfeld Media, 2013)
  • Leah Buley — *The User Experience Team of One* (Rosenfeld Media, 2013)

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Leg den Tag an, zieh die Blöcke in die Reihenfolge, die dir vorschwebt, und lass die Zeiten sich selbst ausrechnen. Oder beschreib deiner KI, was du vorhast, und lass sie den ersten Entwurf schreiben.

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